Licht nehmen wir als Helligkeit und Farben wahr. Und trifft Licht auf ein Objekt, gesellt sich sofort Schatten hinzu. Auch der Schatten hat eigene Abstufungen von Helligkeit und Farbe, er ist im wahrsten Sinne des Wortes fein schattiert. Und in diesem Wechselspiel un- endlicher Möglichkeiten nehmen wir optisch die Welt wahr. Mit den Ohren verhält es sich nicht anders, nur lehnen wir uns auch dort gerne an Begriffe aus der Optik an. Wir reden von Klangfarben und von hell und dunkel, wir sprechen von der Schattierung eines Klanges. Tatsächlich scheinen wir Mühe zu haben, Worte ausschließlich für akustische Phänomene zu finden. Und wie viel schwieriger ist es erst mit Worten für Musik? Wir spüren unmittelbar, was in der Musik geschieht und entsteht, und doch beschreiben wir es zumeist in Bildsprache und Vergleichen. Ist es denn so schlimm, wenn sich treffende Worte entziehen zu scheinen? Spüren wir gemeinsam nach, wie die Musik ihr ganz eigenes Spiel von Licht und Schatten entfaltet! Und sehen wir es als ihren einzigartigen Reichtum an, dass wir nie die richtigen Worte finden!